Das ALDI Detox Commitment

Unser Engagement für ökologische Produktionsstandards bei Textilien und Schuhen

Mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung unterstützen wir die Ziele der Detox-Kampagne. Die Detox-Kampagne wurde von der Umweltschutzorganisation Greenpeace ins Leben gerufen, um die Belastung von Mensch und Umwelt durch chemikalienhaltige Produktionsprozesse in der Textil- und Schuhindustrie zu reduzieren.

Gemeinsam mit Greenpeace wurde ein umfangreicher Kriterienkatalog erarbeitet, in dem anspruchsvolle, ökologische Anforderungen an die Produktion von Textilien und Schuhen definiert wurden. Mit dieser Selbstverpflichtung setzen wir uns das Ziel, bis 2020 auf bestimmte Chemikalien in der Textil- und Schuhproduktion zu verzichten.

Wir sind uns bewusst, dass es ein langwieriger Prozess ist, das Verständnis und die Akzeptanz für die Detox-Anforderungen bei allen Beteiligten zu verinnerlichen. Mit der Unterstützung unserer Geschäftspartner stellen wir uns dieser Herausforderung, um uns weiter aktiv für eine nachhaltige Gestaltung ökologischer und sozialer Standards in den Produktionsländern einzusetzen.

Erfahren Sie hier, wie wir dieses Ziel erreichen wollen.


Chemikalienmanagement

Wie wir Schritt für Schritt ohne unerwünschte Chemie produzieren

Wir verpflichten uns, den Einsatz unerwünschter Substanzen bei der Herstellung von Bekleidung, Heimtextilien und Schuhen Schritt für Schritt zu vermeiden und diese in den nächsten Jahren durch unbedenklichere Alternativen zu ersetzen. Unser Ziel ist es, ab dem 01.01.2020 auf bestimmte Substanzgruppen komplett zu verzichten.

  • Mit Veröffentlichung des ALDI Detox Commitments haben wir uns verpflichtet, bestimmte Substanzgruppen aus der Produktion zu verbannen.
  • ALDI hat Grenzwerte für diese Substanzgruppen definiert. Sie sind im Anhang des ALDI Commitments als M-RSL (PDF) inklusive der Grenzwerte für Abwässer festgelegt. Darüber hinaus enthält dieser Anhang auch Produktgrenzwerte (PDF).
  • Unsere Lieferanten und die beauftragten Produktionsstätten gehen die vertragliche Verpflichtung ein, in den chemischen Rohstoffen, den Materialien und damit in den Produkten diese Grenzwerte einzuhalten. Dazu finden spezielle Schulungen statt.
  • Die zur Imprägnierung eingesetzten PFCs (per- und polyfluorierte Chemikalien) werden durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt. Wir werden PFCs bis zum 31.12.2016 vollständig ersetzen.
  • Die beispielsweise zum Waschen eingesetzten APEO (Alkylphenolethoxylate) werden in der Produktion ebenfalls durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt.
  • ALDI hat Prüfinstitute festgelegt, welche die zugesagten Grenzwerte regelmäßig im Abwasser und Schlamm der Produktionsstätten überprüfen (gemäß M-RSL) (PDF). Diese Testergebnisse werden auf einer mit Greenpeace vereinbarten, für alle einsehbaren Plattform (ipe.org.cn) veröffentlicht.
  • Seit der Veröffentlichung des ALDI Detox Commitments bis zum 30.09.2015 wurde dies bereits für mehr als 50% der vertraglich festgelegten Nassproduktionsstätten sichergestellt. Bis zum 31.03.2016 werden wir diese Testnachweise für mindestens 80% der eingesetzten Nassproduktionsstätten offenlegen.
  • ALDI unterstützt die Lieferanten bei der Etablierung eines geeigneten Chemikalienmanagements zur Umsetzung der Detox-Anforderungen in der Lieferkette. Neben den Produktionsstätten werden auch weiterhin die Produkte gemäß der aktuellen RSL (PDF) überprüft.
  • Auf der Internetplattform subsport.org werden wir und unsere Partner Fallstudien und Praxisbeispiele zur Chemikaliensubstitution veröffentlichen. Darüber hinaus fördert ALDI den aktiven Dialog zwischen den Lieferanten, den Produktionsstätten, der chemischen Industrie und den Prüfinstituten.
  • Durch diese Prozesse werden sich Standards verändern sowie Zertifizierungen und Initiativen etablieren. ALDI setzt sich aktiv mit diesen Ansätzen auseinander und evaluiert deren Wirksamkeit und Umsetzungsfähigkeit, um die für 2020 gesetzten Ziele erfüllen zu können.
  • Wir legen fest, wie wir bei Abweichungen von unseren Vorgaben innerhalb der Lieferkette vorgehen.

Supply Chain Management

Wie wir unsere Lieferkette sauber halten

Chemische Rezepturen in der textilen Lieferkette zu ändern, ist nicht alles – wir unterstützen unsere Lieferanten darin, ihre Geschäftspartner zur Umsetzung der Detox-Anforderungen zu motivieren und arbeiten an einem objektiven Bewertungssystem als Orientierung für unseren Einkauf.

  • Die Detox-Anforderungen werden in unserem Einkaufsprozess berücksichtigt.
  • Wir stellen Instrumente bereit, die unsere Geschäftspartner befähigen, ihre Partner und Vorproduzenten zu motivieren, notwendige Änderungen zum Erreichen der ökologischen Standards durchzuführen. Zulieferer und Produktionsstätten sollen sich ihrer Verantwortung bewusst werden.
  • Wir erarbeiten einen Kriterien- und Bewertungskatalog, um unsere Lieferkette unter den Detox-Anforderungen zukunftsfähig zu machen. Dabei werden sowohl die Ergebnisse der Abwasser- und Schlammuntersuchungen als auch der Produktprüfungen berücksichtigt.
  • Wir legen fest, wie wir bei Abweichungen von unseren Vorgaben vorgehen und welche Maßnahmen wir gegebenenfalls ergreifen.
  • Die Arbeit in Initiativen, Arbeitsgruppen und Verbänden wird weiter vorangetrieben. Dazu werden Kooperationen eingegangen, um gemeinsam mit anderen Marktteilnehmern den Herausforderungen globaler komplexer Lieferketten zu begegnen. Erste Mitgliedschaften in der Leather Working Group und im Textilbündnis sind bereits gestartet.

Datenmanagement

Wie wir gesammelte Daten effektiv verwenden

Die erfolgreiche Umsetzung des ALDI Detox Commitments erfordert neben der Erhebung einer Vielzahl von Daten auch deren exakte Analyse. Wir werden die gewonnenen Erkenntnisse zu Prozessveränderungen in unserer Lieferkette nutzen.

  • Wir machen unsere Lieferkette transparenter: Vorhandene IT-Systeme werden angepasst, um komplexe Daten verarbeiten und auswerten zu können. Gleichzeitig wird ein internes Monitoring-, Verifizierungs- und Bewertungssystem entwickelt.
  • Wir machen unsere Lieferkette transparenter: Vorhandene IT-Systeme werden angepasst, um komplexe Daten verarbeiten und auswerten zu können. Gleichzeitig wird ein internes Monitoring-, Verifizierungs- und Bewertungssystem entwickelt.
  • Die Prüfberichte der Abwasser- und Schlammanalytik werden auf der mit Greenpeace vereinbarten und für alle einsehbaren Internetplattform ipe.org.cn bereitgestellt.
  • Wir stehen zu den dadurch gewonnenen Erkenntnissen in regelmäßigem Dialog mit unseren relevanten Geschäftspartnern und arbeiten mit diesen gemeinsam an Verbesserungen.

Training und Schulung

Wie wir bei allen Beteiligten ein neues Bewusstsein schaffen

Um unser erklärtes Ziel zu erreichen, müssen wir auf allen Stufen des Produktionsprozesses einen Bewusstseinswandel anregen sowie entsprechendes Wissen und Kapazitäten aufbauen – vom Einkauf bis zum Produzenten. Wichtig sind hierbei unsere Lieferanten, die eine besondere Verantwortung für die Auswahl und Kooperationsbereitschaft der Produktionsstätten tragen.

  • Wir bauen das Wissen zu den Detox-Anforderungen stufenweise bei unseren Mitarbeitern und Lieferanten, in Nassproduktionsstätten sowie der finalen Fertigung auf. Dies geschieht beispielsweise durch interne Schulungen der Fachbereiche und durch gezielte Lieferantenschulungen.
  • Es werden Detox-Schulungsunterlagen erstellt und auf dem neuesten Stand gehalten. Darin enthalten sind sämtliche Hintergrundinformationen, das Chemikalienmanagement sowie die Richtlinien zur Umsetzung der Detox-Anforderungen.
  • Unser Hauptaugenmerk bei der Qualifizierung gilt unseren Lieferanten. Sie tragen durch ihre Position die besondere Verantwortung, den Umstellungsprozess vor Ort voranzutreiben. Unsere Lieferanten kooperieren daher mit externen Beratern, Dienstleistern und Experten, um die Produktionsstätten in der Umsetzung ihrer Ziele zu unterstützen. Wir stellen ihnen dazu einen Ansprechpartner an die Seite. Unsere ALDI Teams vor Ort werden die Produktionsstätten an entscheidenden Punkten im Umstellungsprozess unterstützen.
  • Mit unseren Hauptlieferanten sind wir laufend im Gespräch, um gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten und für all unsere Lieferanten weiterzuentwickeln.
  • Wir sind bestrebt, unsere relevanten Geschäftspartner dahingehend zu befähigen, ökologische und soziale Standards in der Lieferkette umzusetzen und an einer stufenweisen Verbesserung zu arbeiten.
  • Dieses Engagement sehen wir als Teil einer verantwortungsvollen Unternehmensführung.

Stakeholder Dialog

Wie wir mit Anspruchsgruppen sprechen

Proaktiv, öffentlich und transparent: ALDI wird in regelmäßigen Abständen darüber informieren, welche Fortschritte im Hinblick auf das Detox-Commitment erzielt wurden und geplant sind.

  • Wir veröffentlichen eine vollständige Liste der „eingeschränkt verwendbaren Substanzen" M-RSL (PDF) und RSL (PDF) und stellen die Abwasser- und Schlammanalysen der Produktionsstätten auf der mit Greenpeace vereinbarten, für alle einsehbaren Internetplattform ipe.org.cn ein.
  • In regelmäßigen Abständen informieren wir über den Status Quo unserer bereits eingeleiteten Maßnahmen, um ökologische Produktionsstandards in der Lieferkette sicherzustellen. Wir werden unsere veröffentlichte Roadmap regelmäßig aktualisieren und über Herausforderungen informieren.
  • Wir tauschen uns mit relevanten gesellschaftlichen Anspruchsgruppen (Stakeholder) über Veränderungen und Entwicklungen in unseren Produktionsprozessen sowie zur Förderung eines nachhaltigen Konsums aus.
  • Auf der Internetplattform subsport.org werden wir und unsere Partner Fallstudien und Praxisbeispiele zur Substitution der priorisierten Chemikalien veröffentlichen. Darüber hinaus fördert ALDI den aktiven Dialog zwischen den Lieferanten, den Produktionsstätten, der chemischen Industrie und den Prüfinstituten.
  • Dazu werden mögliche Kooperationen ermittelt, um gemeinsam mit anderen Marktteilnehmern den Herausforderungen zu begegnen. Erste Mitgliedschaften in der Leather Working Group und im Textilbündnis sind bereits gestartet.

Systemischer Wandel

Wie wir zum nachhaltigen Konsum anregen

Wir werden einen gesellschaftlichen, systemischen Wandel unterstützen. Dieser wird in unserem Unternehmen, beim Produktdesign, bei Produzenten, aber darüber hinaus auch bei Kunden eingeleitet. Dabei steht die Förderung nachhaltiger Produkte und deren Fertigung sowie ein verantwortungsvoller Konsum im Vordergrund – vom Verzicht auf unerwünschte Substanzen über verbesserte Produktlebensdauer bis zum Recycling.

  • Wir bauen auf allen Stufen des Produktionsprozesses Wissen auf, um die Umsetzung der Detox-Anforderungen in der Produktion zu gewährleisten.
  • Um unsere Produkte in Bezug auf den Produktlebenszyklus zu verbessern, werden wir gemeinsam mit unseren Lieferanten eine Optimierung des Produktdesigns bei Textilien und Schuhen prüfen. Dabei verfolgen wir das Ziel, das verwendete Material erneut zu nutzen – durch effektive Sammlung, umweltverträgliche Aufbereitung der gesammelten Produkte sowie durch Recycling. In Pilotprogrammen sollen anhand ausgewählter Produkte geschlossene Produktlebens- und Wertstoffzyklen erprobt werden.
  • Die daraus resultierenden Ergebnisse fließen in unser langfristiges Engagement. Ziel dieses Engagements ist es, unseren Kunden Wege zu einem nachhaltigen und verantwortungsvollen Konsum aufzuzeigen.
  • Wir leisten bereits in unterschiedlichen Warenbereichen einen Beitrag zur Förderung eines „nachhaltigen Konsums“. So bieten wir als Lebensmitteleinzelhändler Artikel an, die aufgrund ihrer Beschaffenheit entsprechende Nachhaltigkeits-Label tragen. Die bisherigen Erfahrungen aus den verschiedenen Bereichen werden wir auch für die Umsetzung des ALDI Detox-Commitments nutzen.
  • Wir bringen diesen Wandel gemeinschaftlich voran, indem wir Partnerschaften mit der Textil- und Chemieindustrie sowie der Wissenschaft intensivieren, um neue Herangehensweisen und Prozesse zielführend zu testen. Dazu werden mögliche Kooperationen ermittelt, um gemeinsam mit anderen Marktteilnehmern den Herausforderungen zu begegnen. Erste Mitgliedschaften in der Leather Working Group und im Textilbündnis sind bereits gestartet.